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Freitag, 30. September 2011

Amnye Machen- um den heiligen Berg!!!




Was für den Westen Tibets der Kailash ist für den Osten Tibets der heilige Berg Amnye Machen.
Zur Pilgersaison umwandern tausende Tibeter auf einem mehr als 200km langen Rundkurs diesen faszinierenden 6282m hohen Berg.
Die  Legenden, Mythen und Götter der hier wohnenden Golog Nomaden sind besonders eng mit  "ihrem" Berg verbunden.
Wir radeln auf zum Teil abenteuerlichen und natürlich unasphaltierten Pisten bis in eine Höhe von 4600m.
Häufig müssen wir die Schuhe ausziehen um mal wieder eine Furt zu überqueren.
Oft schieben wir zu zweit unsere Räder dem Gipfel entgegen, die Wege sind zu steil zu fahren.
Das Wetter meint es leider nicht gut mit uns.
Fast einen ganzen Tag fesselt uns eisiger Regen ans Zelt.
Den Fotos sieht man das nicht an- bei Regen bleibt die Kamera in der wasserdichten Hülle.
Trotzdem haben wir haben Glück mit diesem Berg, der für sein schlechtes Wetter berühmt- berüchtigt ist.
Kurz bevor wir- kurz vor Sonnenuntergang- die Passhöhe erreichen, lassen die hier oben wohnenden Götter die Wolkendecke in Minutenschnelle verschwinden und die drei schneebedeckten Gipfel liegen zum greifen nah in ihrer ganzen Pracht vor uns.
Bei der Abfahrt denken wir, das schlimmste liege hinter uns.........
Welch ein Irrtum!!!


























































































Donnerstag, 15. September 2011

Osttibet- endlich....es geht weiter







Unsere Räder sind zum Glück wieder aufgetaucht.
Es fehlt nix!!!!
Kein Teil gebrochen oder beschädigt!
Nach 10000 km gibt es fürs Rohloff Getriebe mal frisches Öl.
Auch die alten Ketten sind ausgelatscht und werden durch neue ersetzt.
Und schon gehts los!!!!
Während unseres unbeabsichtigten Stopps in Xining hatten wir
herrliches Sommerwetter.
Jetzt starten wir bei kaltem Regen der im Laufe des Tages in
Wolkenbrüche nur unterbrochen von gelegentlichem Starkregen übergeht.
Wir fahren - ausnahmsweise nicht ganz legal- auf der Autobahn. Als
wir an einer Mautstelle aufgehalten werden sollen zeigen wir auf
unseren Garmin, der uns genau diese Strecke vorschreibt.
Das reicht! Wir dürfen weiter.
Später überholt uns auf eben dieser Autobahn ein 30- köpfiges
russisches Radler- Nationalteam auf eben dieser Autobahn.
Nach 65 km reichts uns dann aber.
Sind trotz Regenkleidung durchnässt und unterkühlt.
Wir kommen nach dem "Urlaubsaufenthalt" in München noch nicht wieder
richtig rein.
Es ist schwer. Es ist Stress. Die 3000m Höhe rauben den Atem.
Kann es sein, dass wir gar uns gar nicht mehr quälen wollen?
Ein Strandurlaub kann doch auch schön sein!!!?!
Diese Gedanken kamen im ersten halben Jahr noch nie auf.
Isabel schafft es mal wieder den Busfahrer eines leeren Busses zu
überzeugen uns mitnehmen zu müssen...... 60km Aufwärmen im Bus und
anschließend ein nettes Hotel.
Das letzte für mehr als eine Woche.
Nun geht es aber wirklich los.
Erst einmal nehmen wir eine nagelneue in noch keiner Karte
verzeichnete und auch noch nicht freigegebene Autobahn.
Leider in die falsche Richtung!!!
Nach 25km kehren wir um und starten nach 50km bei 0!!!!
Osttibet- durch was wir fahren- ist einfach toll.
Es gehört nicht zur autonomen Republik Tibet, sondern gehört zu den
chinesischen Provinzen, Qinghai, Gansu, Sichuan und Yunnan.
Es unterliegt nicht den Restriktionen des anderen Tibets.
Wir fahren hier unbehelligt.
Nach Aussagen etlicher Tibetkenner und sämtlicher Osttibeter ist
dieser Teil der authentistischste und schönste von ganz Tibet.
Wir sind von der Landschaft und den Tibetern beeindruckt.
Die Lust ist zurück.
Wir genießen unsere Freiräume- quälen uns gerne.
Es ist ein wirklich anstrengendes Radeln in Höhen von 3000- 4500m.
Über die Anzahl unserer 4000er Pässe diskutieren wir noch.
Bei dem Pass mit 3960m haben wir noch einen der umstehenden Hügel von
4100m erklommen.
Ist das jetzt ein erklommener 4000er Pass oder nicht????
Wir schaffen mit unserem vielen Gepäck nur noch ca. 50km pro Tag.
Die Nächte sind kalt, die Tage oft schön, die Versorgung oft bescheiden.
Die Landschaft ist mehr als grandios.
Wir lieben die Tibeter!
Wann wir mal wieder ins Netz kommen steht in den Sternen......
Aber unter " Where is Crumbsy" kann man uns ja zeitnah stets verfolgen.
Liebe Grüße
Isabel und Uwe







































Ein wunderschöner Film über den Xinghai Lake gibt es bei Arte!





Sonntag, 4. September 2011

"Hard Times"


Der Flug von München nach Xining war- erwartungsgemäß- nicht ein Highlight der Reise.
Wer es vermeiden kann sollte nicht mit Air China fliegen,
Sitzabstand für Chinesen berechnet.
An Speisen und Getränken wird gespart.
Den Stewardessen ist das Lächeln und jede Art der Freundlichkeit anscheinend strengstens untersagt.
Nebel in Peking verzögert den Start des Weiterfluges. Dadurch verpassen wir den Anschluß in Chengdu und kommen erst 36h nach dem Start in München im Hotel in Xining an.
Unsere Räder sind noch nicht angekommen.
Aber wir wollen ja auch erst in 2 Tagen losfahren.
Am nächsten Tag können wir im Internet sehen, dass sie am 24. 8. pünktlich Kashgar verließen und eigentlich spätestens am 29.8. in Xining hätten sein sollen. Sie stehen aber seit dem 27. irgendwo im großen China und bewegen sich nicht mehr.
Wir haben den 31.!!!
Die angegebene Telefonnummer  ist nicht erreichbar. Auf Mails wird nicht geantwortet. Nach und nach haben wir einige chinesische und tibetische Helfer.
Wir laufen gegen eine Wand.
Wir bekommen keine Auskünfte.
Telefonnummern sind abgemeldet oder eine Ansage erklärt, dass der Teilnehmer seine Gebühren nicht gezahlt hat. Ohne unsere freundlichen Helfer und Dolmetscher wären absolut hilflos.
Am 2.9. entschließen wir uns zur Polizei zu gehen und Anzeige zu erstatten.
Ein interessanter Tag!!! Wir sehen ziemlich jede Polizeistation der 2- Millionenstadt  Xining von innen.
Zunächst hören sie sich noch interessiert an  was unser tibetische Freund Tserang berichtet. Dann aber sieht man den Gesichtern an wie sie krampfhaft überlegen,  wird wie man uns nur schnell wieder los werden kann.
Also werden wir zur nächsten für solche Fälle spezialisierten oder zugeordneten Stelle verwiesen.
Schließlich sollen wir nach Kashgar, weil schließlich dort die Räder aufgegeben wurden.
Tserang fragt frech, was passieren würde wenn wir jetzt in Deutschland wären; ob auch dann die Anzeige in Kashgar gestellt werden müsse.
Der Polizist wittert die Falle, überlegt eine Weile und meint schließlich, natürlich hätten wir auch dann nach Kashgar gemusst.
Aber auch so reicht die Entfernung von 2500km.
Wir sind uns sicher, unsere Räder nie mehr wieder zu sehen.
Zumindest brauchen wir nun eine Bescheinigung für die Versicherung.
Dies ist allerdings gar nicht möglich. So etwas könnte ja gegen den Beamten ausgelegt werden.
Man verweigert uns auch eine einfache Erklärung, dass wir zumindest die Polizei aufgesucht haben.
Wir machen zu dritt einen Sitzstreik in der Polizeistation. Unser tibetische Freund, der schon drei mal aus politischen Gründen im Gefängnis saß ist begeistert, die Polizisten konsteriert.
Nach zwei Stunden bekommen wir Kaffee und Zigaretten angeboten und endlich auch die Bescheinigung.
Zurück im Hotel wird uns mitgeteilt, irgendjemand habe angerufen und die Räder für den nächsten Nachmittag avisiert. Leider wurde weder Namen noch Telefonnummer aufgeschrieben.
Am nächten Tag wird uns schließlich das Warten zu lang. Um 17:00 sinkt die Hoffnung. Zu allem Überfluss schluckt  jetzt auch noch ein Geldautomat  die Kreditkarte und gibt sie nicht mehr raus.
Die Stimmung ist auf dem Tiefpunkt!!!
Dann ein Anruf bei Tserang, die Räder seien bereits in Xining und könnten Montag- in 2 Tagen- an der Post abgeholt werden. Tserang wird laut und 30 min später stehen sie in der Hotelhalle.
Wir sind glücklich.
Noch ein paar Besorgungen und eine Abschiedsparty für unseren lieben Helfer.
Montag geht es mit etlichen Tagen Verspätung endlich los.
Dummerweise hat sich mittlerweile das Wetter verschlechtert, es regnet in Strömen!!!
Egal! Es juckt! Endlich gehts weiter!!!


P.S.:
Von China aus gehen Blogeinträge nur als Mail!
Bilder müssen unsere lieben Freunde Philipp und Andi einstellen.
Selber sehen können wir den Blog nicht.
Bekommen auch keine Kommentare.
Nachrichten an uns deshalb an:
uweellger@googlemail.com