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Montag, 18. März 2019

Ein großer Sprung: Chile, Carretera Austral





Plötzlich sind wir hier unten. Tief im Süden. Die Sonne, die gerade noch im Zenit stand, steht jetzt plötzlich mittags im Norden!
Ungewohnt...
Und dazu auch noch so ungewohnt kalt.
Mittags werden so gerade die 20 Grad erreicht. Und das soll auch noch ein besonders schöner Spätsommertag sein...

Die Carretera Austral ist eine etwa 1350 km lange Straße, die die südlichen Landesteile Chiles an den Rest des Landes anbinden soll. Bis in die 90er Jahre waren viele der Ortschaften dort unten nur  zu Fuß, mit dem Pferd, dem Schiff oder Flugzeug zu erreichen.
Als auch noch Grenzstreitigkeiten mit Argentinien dazu kamen ließ Pinochet diese Straße durch eigentlich undurchdringliche Landschaften bauen. Der Bau dieses Trampelpfades forderte immense Summen an Geld..... Und viele Todesopfer.
Anfangs nur ein schmaler Matschpfad durch die Wildnis wurde die Strecke in den letzten Jahrzehnten immer besser ausgebaut.
Die erste Hälfte der Strecke bis nach Coyhaique ist inzwischen zu einem großen Teil asphaltiert.
Der Reiz für Wanderer, Motorradfahrer und besonders die Fahrradfahrer ist geblieben. Es ist eine der Traum-Straßen der Welt.
Auch wenn die alten Haudegen nur milde lächeln bleibt es weiterhin eine echte physische und psychische Herausforderung sich dieser Prüfung zu unterziehen.
Die Strecke geht zumeist durch dichten Regenwald. Dieser hat seinen Namen nicht von ungefähr.
Es gibt fast täglich heftige Schauer, nur unterbrochen von Episoden mit Dauerregen. Und dann kommt plötzlich und unerwartet doch wieder die Sonne. Die Temperaturen schwanken auch im Hochsommer zwischen 0 und 30 Grad. Dazu heftige Winde und Stürme, ebenso heftige Steigungen und noch immer viel Matsch, Staub, Schlaglöcher und Wellblech.
Auf großen Teilen der Strecke weder Versorgung noch Telefonempfang.

Das erste Mal vor mehr als zwei Jahren fiel es uns schon schwer...
Aber es war auch einfach wunderschön.
Eine unserer allerschönsten Reisen.
Das wollen wir noch einmal sehen, erleben, erfahren...
Jetzt ist es aber bereits Mitte März, eigentlich sehr spät .
Schauen wir doch Mal...
Ende offen.







Das ist Puerto Montt. Hier beginnt die Carretera Austral.
Von Quito aus fliegen wir über Lima und Santiago viele Stunden bis hierhin. Wir fühlen uns  wie in Skandinavien, nur ohne Mücken.
Umgerechnet auf die Nordhalbkugel befinden wir uns auf einer Höhe von Neapel. Aber die Antarktis ist groß und beeinflusst auch hier das Klima.









Anfangs erinnert auch die Landschaft an Skandinavien.
Die ersten vier Tage kein Regen und angenehme Temperaturen.
Ungewöhnlich aber durchaus angenehm.



An besonders kritischen Stellen kommen Fähren zum Einsatz.











Ein großer Teil der Strecke führt durch Nationalparks.
Dort gibt es phantastische Campingplätze mit überdachten Stellplätzen an den schönsten Stellen.
Extrem saubere Sanitäreinrichtungen.
Ohne Gebühren!





Happy Birthday bei 27 Grad.
Und als Geburtstagsmenü Kartoffelbrei aus der Tüte und Tomatensuppe.
Echt lecker!




Wetterbericht: Die nächsten Tage Regenwahrscheinlichkeit 0%.





Und so schaut es jetzt aus....



Dauerregen, sechs Grad



Einen langen Bericht von unserer letzten Reise mit vielen Bildern
Findet Ihr hier:

https://www.rad-forum.de/showflat/Number/1307621


Montag, 11. März 2019

Galapagos





Einen besonderer Höhepunkt der bisherigen Reise fand ganz ohne unsere Fahrräder statt. Diese verblieben in Quito.



Isabels Töchter Anna Lisa und Laura kamen uns besuchen.




Zusammen flogen wir zur vulkanischen Inselgruppe Galapagos,
die etwa 1.000 km westlich des Festlandes im Pazifik liegt und eine ganz eigene Tierwelt beherbergt, die Charles Darwin zu seiner Evolutionstheorie inspirierte.

Wir sind in der Regenzeit angekommen. Das heißt, überwiegend blauer Himmel, sehr heiß und ab und an heftige Regenfälle, besonders nachmittags . Wir landen am Nachmittag.






Nur drei Inseln sind bewohnt.
Wir sind auf San Cristóbal gelandet und wohnen in der Hauptstadt der Inselgruppe Puerto Vaquerizo.
Eine gemütliche Kleinstadt mit wahrscheinlich mehr Tieren als Menschen.




















Die Galapagos Inseln gelten als sehr teures Reiseziel.
Die meisten Besucher erkunden die Inseln auf einer Kreuzfahrt oder auf einer organisierten Tour.
Man kann sie aber durchaus auch auf eigene Faust bereisen.
Und so viel Geld sparen.
Durch die langen Transportwege sind alle Lebensmittel deutlich teurer als auf dem Festland. Und besonders die Restaurants.
Aber teurer als Europa ist es insgesamt nicht.







Am ersten Tag fuhren wir per Taxi über die Insel.  Der Tagesausflug kostete 60 Dollar. Mit Reiseleiter (Taxifahrer).
Für vier Personen.

Etwas teurer war dann schon der nächste Tag.
Eine Runde per Boot rund um die Insel. Mit etlichen Schnorcheleinlagen und Landgängen.
Wir sahen viele Haie, Rochen, Robben, Leguane, Wasserschildkröten, Pelikane usw.
Wir dachten, wir hätten an diesem Tag viel Glück gehabt.
Später sahen wir. Es war alles normal.













Ein Blaufusstölpel, der Wappenvogel.




Die zweite Insel war noch ruhiger. Isabella. Nicht nur wegen des Namens unser aller Lieblingsinsel.
Und hier erinnerten wir uns daran, dass wir doch eigentlich auf einer Radreise sind.
Jetzt halt auf Leihrädern.




Das Centrum der Inselhauptstadt.






Auf zur Vulkantour.










 Eine heiße Angelegenheit. Die Sonne steht im Zenit.





Gerne wären wir länger auf Isabella geblieben.
Aber wir hatten vorgebucht und noch drei Nächte Santa Cruz,
die touristischste und "hektischste" der drei Inseln mit 25.000 Einwohnern und sogar zwei Discos.
Aber endlich auch mal wieder mit Geldautomaten, die mitunter auch Geld ausspuckten.

Wir versöhnten uns am Fischmarkt.
Santa Cruz und wir...









Und beim letzten Schnorchelausflug wurde es fast sogar Liebe.








Es ist Vorschrift, dass zwischen Mensch und Tier ein Mindestabstand von 2 m einzuhalten sei.
Keine Chance.
Die Tiere halten sich einfach nicht dran.
Der Abstand wird in Centimeter bemessen.
Am letzten Spot 38 Haie, 5 Rochen, ca. 10 Schildkröten, viele Pelikane und Leguane, Robben und Meer-Echsen zuhauf.
Und von den anderen tropischen Fischen will ich gar nicht mehr reden.


Nach zehn Tagen ging es zurück zu unseren Rädern nach Quito.
Es ist schon ein bisschen peinlich...
Werden wir heute gefragt: "Was war das Schönste auf Eurer Radreise?", müssen wir antworten:

"Das Schnorcheln auf Galapagos!"